Die Geschichte…

…der Metallbetten


Die Geschichte von Metallbetten oder auch Eisenbett genannt, ist lang. Wobei doch gleich vorweg gesagt werden muss, dass die Metallbetten in der Geschichte sicherlich ein wenig anders ausgesehen hat als das in der heutigen Zeit. Aber als Vergleich: Wie sahen die Computer noch vor 30 Jahren aus? Genau. Alles unterliegt einem gewissen Wandel. Wobei man getrost sagen kann, dass die Geschichte des Eisenbett deutlich umfangreicher als die des Computers ist.

Babylon und Ägypten

Schon immer brauchten die Menschen ein ruhigen Ort zum Schlafen. Es soll jetzt nicht über die Steinzeit und auch nicht über Holzbau und Baumontage geschrieben werden, insbesondere weil darüber nicht wirklich valide Informationen vorliegen. Aber man kann in die Geschichte Babylons und des alten Ägyptens zurückschauen.
In der damaligen Zweiklassen-Gesellschaft musste man genau differenzieren. Der Pöbel, das gemeine Volk war mitnichten im Besitz von Betten, geschweige denn im Besitz von Metallbetten. Ein eilig zusammengeschobener Bund Stroh diente den meisten als Schlafunterlage.
Lediglich die Oberschicht konnte sich eine adäquate Liegefläche von einem Schreiner oder Zimmermann erstellen lassen. Das IKEA-Bett für Jedermann war damals undenkbar.
Aber was die reichen Bürger, Priester und Adligen betraf, kann man ab diesem Zeitpunkt sagen, dass die Metallbetten, bzw. das Gettgestell im Allgemeinen zu einer Art Statussymbol stilisiert wurde, welches in dem Alltag eine bedeutende Rolle trug.
In der damaligen Zeit war es nicht nur der Ort zum Schlafen. Der Zweck entsprach nicht dem heutigen. Vielmehr spielte sich rund um die Liegefläche das alltägliche Leben ab. Man genoss den schnöden Mammon im wahrsten Sinne des Wortes im Liegen.


Die Römer und die ersten Metallbetten

Die Römer sprangen auf diesen Zug mit auf. Insbesondere Ausgrabungen in Rom zeigen, dass die (wohlhabenden) Römer dem Ruheplatz eine besondere Bedeutung zumaßen und vermutlich ganze Kriege vom Schlafplatz aus delegiert haben. Auch hier war der Werkstoff noch primär Holz. Aber die ersten Metallbetten erhielten plötzlich einen ganz anderen Sinn. Die gewaltigen Heere zogen mit ihrem gesamten Hab und Gut durch Europa. Und zu diesem Hab und Gut zählten auch ihre Schlafplätze. Aber es handelte sich hier nicht immer um ein Eisenbett, was die Soldaten mit sich trugen. Ein Eisenbett war viel zu schwer. Man kannte noch nicht viele Metallarten, so dass sich ein solches Rahmengestell als umpraktikabel erwiesen hätte. Also nutzte man zunächst Holzpritschen.
Nun standen die römischen Soldaten oft vor dem Problem, dass sie insbesondere im Norden von Europa kämpften. Das damalige Germanien war zu dieser Zeit eine Sumpflandschaft. Es herrschte ständige Feuchtigkeit. Dies war für die Holzbretter des Bettgestells nicht förderlich. In Anbetracht der Zeit wurde es schnell morsch. Die ebenfalls anwesenden Schmiede fingen zu dieser Zeit erstmals an, die Beine der Holzbetten mit Eisenfassungen zu ummanteln. So entstanden vermutlich die ersten metallähnlichen Bettkonstruktionen.

Die Entwicklung der Metallbetten vom Mittelalter bis hin zur Renaissance und Romantik

Der Startschuss für unseren Klassensieger war gegeben. Im Laufe der nächsten Jahrhunderte entwickelte sich auch nach und nach die Schmiedekunst. Die ersten richtigen Metallbett wurden für Könige und Adlige gefertigt. Wann genau das erste, uns bekannte Metallbett gefertigt wurde, ist nicht bekannt. Aber immer wieder wurden die massiven Holzbetten mit schwerem Eisen beschlagen. Was zunächst erst als reine Zierde gedacht war, entwickelt in dem 18. Und 19. Jahrhundert einen richtigen „Hype“. In dieser Zeit waren Kunst, Ausdruck und Fantasie die die Bevölkerung beherrschenden Themen. Irrealismus und Surrealismus waren die Gedanken der Künstler und Handwerker.
Die Handwerkskunst war mittlerweile derart weit entwickelt, dass mit Metall nach Belieben „gespielt“ werden konnte. Es war in dieser Zeit chic, sich Betten anfertigen zu lassen, die an Verzierungen und Bögen nicht zu übertreffen war.
Man sagt, dass die Wiege in Frankreich liegt. Letztlich wird jedoch vermutet, dass sich das die in Rede stehende Schlafkonstruktion selbst über den gesamten europäischen Kontinent verbreitet hatte, nur dass französische Maler gerne leicht bekleidete Frauen auf eben diesen Metallbetten malten.
Das französische Eisenbett entsprach dem, was wir auch noch heute unter diesem verstehen. Nur damals war die Produktion sicherlich deutlich aufwendiger und sie wog mitnichten ein paar hundert Kilo und konnte nur durch kräftige Männer aufgestellt werden.
Die Optik, wie bereits erwähnt, entsprach der jetzt bekannten. Die Metallbetten zeichnete sich durch einen massiven Eisenrahmen sowie ein Kopfende und ein Fußende aus. Und genau hier lag der Charme von dem Metalbett. Die Abschlüsse am Kopf und am Fuß waren aufwendig verziert, das Eisen kunstvoll gebogen und geschwungen. Ganze symbolartige Figuren wurden so dargestellt. Man konnte in den Schwingen Ansätze eines singenden Vogels, einer Rosenblüte oder auch des Sonnenunterganges sehen. Durch die Vielzahl der unterschiedlichen Bögen und Schwingen war so nahezu jedes seiner Art einzigartig.

Die Metallbetten in der Moderne

Wer heutzutage ein solches kaufen will, der orientiert sich deutlich an dem von vor ca. 200 Jahren, den Französischen Metallbetten. Das ist genau das, was man unter dem Eisernen versteht. Hier kauft man keine Möbel der 60er Jahre. Hier geht es weniger um den Werkstoff, sondern vielmehr um die optischen Aspekte von dem Bettrahmen.
Diese Konstruktion versprüht etwas Uriges und dennoch elegantes. Es kombiniert Stil mir Robustheit. Die heutigen Fertigen sind bei weitem nicht mehr so schwer wie früher. Dennoch sind sie von erheblicher Festigkeit.

Fazit in Sachen Metallbetten

Das hier thematisierte Möbelstück hat sich im Laufe der Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrtausende erheblich verändert. Von einem massiven Feldbett bis hin zu einem leichten Mode-Accessoire, dsas sich bei Kunstfreunden größter Beliebtheit erfreut. Was aber am meisten überdauert hat und wohl auch noch die nächsten Jahrhunderte überdauern ist, ist der Barocke Stil der Metallbetten.